Dr. Bosch Kolumne

Exklusiv bei Tipp24.com: Die Geheimnisse des erfolgreichen Lottospielens von Prof. Dr. Karl Bosch.

Lotto Kolumne von Prof. Dr. Bosch mit wissenschaftlich fundierten Tricks und Tipps zum Thema "Lotto und staatliche Lotterien Tippen".

Folge 9: Konsequenzen aus dem einheitlichen Lotto am Samstag und Mittwoch

Beim früheren Mittwochs-Lotto mit zwei Gewinnreihen und zwei Superzahlen schwankten die Spieleinsätze um die 30 Millionen DM. Da eine Tippreihe damals noch 1,25 DM kostete, wurden jeweils ungefähr 24 Millionen Reihen abgegeben, wobei jede der abgegebenen Reihen gleichzeitig an beiden Ausspielungen teilnahm. Beim Samstags-Lotto lag damals der Spieleinsatz in der Nähe von 160 Millionen DM.

Bei einem Einsatz von 1,50 DM pro Tippreihe wurden samstags also ungefähr 107 Millionen Reihen abgegeben, die jeweils nur an einer Ziehung teilnahmen. Das Ziel der Änderung des Mittwochs-Lotto war wohl die Hoffnung, dass die Umsätze am Mittwoch stark steigen und sich vielleicht denen am Samstag angleichen. Dabei sollte der gemeinsame Jackpot ein Anreiz sein.

Seit der Zusammenlegung des Jackpots blieb für den nächsten Mittwoch noch in keiner Samstagsziehung ein Jackpot übrig. In allen sechs Ziehungen des neuen Mittwochs-Lottos gab es noch keinen Sechser mit Superzahl. Der für die Gewinnklasse I zur Verfügung gestellte Betrag ging bisher ausnahmslos auf das Samstags-Lotto über. Dadurch wurde die Ausschüttungssumme für die Gewinnklasse I beim Samstags-Lotto erhöht.

Dieser zusätzliche Betrag lag jeweils bei etwas über 1,2 Millionen. Bei zwei Gewinnern in der Gewinnklasse I im Samstags-Lotto erhielt jeder durch die Zusammenlegung des Jackpots ungefähr 600 000 DM mehr als er ohne Zusammenlegung erhalten hätte. Bei den letzten sieben Ziehungen am Samstag war die Gewinnklasse I immer besetzt, so dass bisher noch nie der Jackpot vom Samstag auf den Mittwoch übertragen wurde.

Seit der Vereinheitlichung der beiden Ausspielungen erhöhte sich der Spieleinsatz beim Mittwochs-Lotto von etwa 30 Millionen auf ca. 40 Millionen DM. Da eine Reihe nun auch am Mittwoch 1,50 DM kostet, stieg die Anzahl der abgegebenen Tippreihen von etwa 24 Millionen auf etwa 26,7 Millionen Reihen, also um gut 11 %, während vor allem durch höheren Einsatz pro Tippreihe der Gesamteinsatz um gut 33 % gestiegen ist. Der Spieleinsatz beim Lotto am Samstag schwankt weiterhin um 160 Millionen DM, manchmal sind es 170 Millionen, dann wieder nur 155 Millionen. In der nachfolgenden Rechnung gehen wir von 107 Millionen abgegebenen Tippreihen aus.

Wahrscheinlichkeit, dass der Jackpot in einer Ziehung geknackt wird: Falls beim Lotto am Samstag 107 Millionen Tippreihen abgegeben werden und diese zufällig ausgewählt würden, z.B. durch Quicktipp, wäre mit Wahrscheinlichkeit
139.838.159 107.000.000 = 0,46526
139.838.160
die Gewinnklasse I nicht besetzt. Mit Wahrscheinlichkeit 1 - 0,46526 = 0,53474 gäbe es dann mindestens einen Sechser mit Superzahl, nur in ungefähr 53,474 % der Ausspielungen wäre die erste Klasse besetzt. Da die Tippreihen von sehr vielen Teilnehmern jedoch nicht zufällig ausgewählt werden, dürfte bei 107 Millionen abgegebenen Tippreihen in ungefähr der Hälfte der Samstagziehungen die Gewinnklasse I nicht besetzt sein.

Bei den letzten sieben Samstagsziehungen gab es jeweils mindestens einen Sechser mit Superzahl. Der Grund dafür dürfte neben dem Zufall die Tatsache sein, dass jeweils eine Reihe ausgespielt wurde, die zu den beliebteren Tippreihen der Spieler gehört. Dazu in den nächsten Folgen mehr!

Werden beim Mittwochs-Lotto jeweils 26,7 Millionen zufällig ausgewählte Tippreihen abgegeben, dann gibt es mit Wahrscheinlichkeit
139.838.159 26.700.000 = 0,82619
139.838.160
keinen Sechser mit Superzahl. Durch die nicht zufällige Auswahl der Tippreihen ist diese Wahrscheinlichkeit noch größer, so dass man davon ausgehen kann, dass bei diesem geringen Einsatz in ungefähr 85 % aller Mittwochsausspielungen die Gewinnklasse I nicht besetzt ist.

In der nächsten Folge werde ich nochmals auf die Gewinnchancen in beiden Ziehungen eingehen. Erstaunlich niedrig waren bei einigen Samstags-Ziehungen die Quoten für einen Sechser ohne Superzahl. Auch dazu nächstes Mal mehr. Ferner werde ich einige Hinweise geben, die der kritische Spieler zu seiner Entscheidung für das Samstags- oder Mittwochs-Lotto beherzigen sollte.


Fragen an Prof. Dr. Bosch

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