Dr. Bosch Kolumne

Exklusiv bei Tipp24.com: Die Geheimnisse des erfolgreichen Lottospielens von Prof. Dr. Karl Bosch.

Lotto Kolumne von Prof. Dr. Bosch mit wissenschaftlich fundierten Tricks und Tipps zum Thema "Lotto und staatliche Lotterien Tippen".

Folge 7: Quoten beim früheren Mittwochslotto

In Folge 6 wurden die theoretischen Quoten beim früheren Mittwochs-Lotto angegeben. Selbst wenn die meisten Spieler alle Tippreihen zufällig auswählen würden, z.B. mittels Quicktipps, würden in den oberen Rängen die tatsächlichen Quoten von den Quotenerwartungen mehr oder weniger stark abweichen. Für eine Stabilisierung nach dem Gesetz der großen Zahlen wäre die Anzahl der abgegebenen Reihen viel zu klein. Die Anzahl der abgegebenen Reihen war bisher beim Mittwochs-Lotto viel geringer als beim Samstags-Lotto.

Hinzu kommt auch noch, dass viele Personen ihre Reihen nicht zufällig auswählen, sondern irgendwelche "Muster" oder auch "Geburtstagszahlen" tippen. Dazu später mehr. Dann häufen sich die abgegebenen Reihen in bestimmten Bereichen, während andere Bereiche nur unterdurchschnittlich stark besetzt sind. Das hat natürlich einen großen Einfluss auf die Quoten in den oberen Gewinnklassen.

Weil früher beim Mittwochs-Lotto im Gegensatz zum Lotto am Samstag gleichzeitig zwei Gewinnreihen ausgespielt werden, konnte man sich gegen das Spielverhalten der Mitspieler gar nicht hundertprozentig schützen. Falls jemand beim früheren Mittwochs-Lotto mit einer unbeliebten Tippreihe tatsächlich einen Sechser erzielt hat, war es immerhin möglich, dass die andere (zweite) Gewinnreihe zu den sehr beliebten Tippreihen gehörte. Dadurch wären die Quoten für einen Sechser stark gesunken.

Am Mittwoch, dem 30.08.2000 gab es folgende Gewinnreihen:
Ziehung A: 4 9 14 38 40 44, Zusatzzahl 1
Superzahlen 7 und 8
Ziehung B: 10 16 18 26 44 46, Zusatzzahl 21

Da jede Reihe 1,25 DM kostete, wurden bei einem Spieleinsatz von 31.445.542,50 DM insgesamt nur 26.156.434 Tippreihen abgegeben. Die tatsächlichen Quoten (gerundet auf ganze 10 Pfennige) und die theoretischen Quoten sind zum Vergleich in der nachfolgenden Tabelle angegeben.

Insgesamt gab es 35 Sechser, 9 davon mit Superzahl, also wesentlich mehr als bei diesem kleinen Umsatz zu erwarten war. Daher waren die Quoten in den ersten beiden Rängen erstaunlich niedrig. Trägt man beide Gewinnreihen in das quadratische Lottofeld ein, so kann man bei der Gewinnreihe aus der Ziehung B eine musterähnliche Form feststellen. Dies ist wohl der Grund für die geringen Quoten für einen Sechser. Erstaunlich ist auch die kleine Anzahl der Fünfer mit Zusatzzahl. Sie ist nur gut halb so groß wie die Anzahl der Sechser (mit oder ohne Superzahl). Auch dies spricht dafür, dass viele Gewinner ihren Sechser als Mustertipp abgegeben haben. Falls bei der Ziehung B eine unbeliebte Reihe gezogen worden wäre, hätten die Spieler mit der Gewinnreihe A eine wesentlich größere Quote erzielt.

Vielleicht hat diese Tatsache dazu beigetragen, dass es ab Dezember 2000 im Mittwochs-Lotto nur noch eine Gewinnreihe gibt. Einsatz, Gewinnklassen und Ausschüttungsquoten sind nun identisch mit dem Lotto am Samstag. Damit stimmen auch die theoretischen Quoten in beiden Ausspielungen überein. Die wesentliche Änderung besteht jedoch darin, dass es für beide Ausspielungen (Samstag- und Mittwochs-Lotto) nur noch einen Jackpot gibt. Dadurch sind die "Jackpot-Jäger" gezwungen, sowohl samstags als auch mittwochs zu tippen.


Fragen an Prof. Dr. Bosch

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