Lotto Kolumne von Prof. Dr. Bosch mit wissenschaftlich fundierten Tricks und Tipps zum Thema "Lotto und staatliche Lotterien Tippen".
Neben der Vereinheitlichung der Gewinnklassen und des Einsatzes pro Tippreihe von 1,50 DM ist die Übertragung des Lotto Jackpots von Mittwoch auf Samstag und umgekehrt wohl die wesentliche Änderung mit nicht unerheblichen Konsequenzen.
Früher gab es für die Samstags- und Mittwochsziehungen jeweils einen getrennten Jackpot, der auf den gleichen Ziehungstag nach einer Woche übertragen wurde. Mittwochs blieb wegen des geringen Gesamteinsatzes oft ein Jackpot übrig, am Samstag jedoch seltener.
Falls für das Samstagslotto weiterhin ungefähr 107 Millionen Tippreihen mit einem Spieleinsatz von gut 160 Millionen DM abgegeben werden und diese Tippreihen alle zufällig ausgewählt würden, gibt es bei einer einzigen Samstagsziehung mit Wahrscheinlichkeit 0,5347 mindestens einen Sechser mit Superzahl. Mit dieser Wahrscheinlichkeit würde ein bestehender Jackpot geknackt.
Da die meisten Tippreihen jedoch nicht zufällig ausgewählt werden, ist die Wahrscheinlichkeit etwas kleiner. In ungefähr der Hälfte der Samstagsziehungen wird bei gleichbleibendem Gesamteinsatz der Jackpot geknackt. Bei zunehmender Spielbeteiligung wird die entsprechende Häufigkeit größer. Beim Mittwochslotto wurden nach der Zusammenlegung knapp 27 Millionen Reihen mit einem Spieleinsatz von jeweils über 40 Millionen DM abgegeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei dieser geringen Teilnahme ein Lotto Jackpot geknackt wird, ist ungefähr 0,175. Nur in ungefähr 17,5 % der Mittwochsziehungen ist damit die erste Gewinnklasse (Sechser mit Superzahl) besetzt. Damit ist klar, dass beim Mittwochslotto sehr oft ein Jackpot übrigbleibt, der auf die nachfolgende Samstagziehung übertragen und dort mit Wahrscheinlichkeit 0,5 auch geknackt wird. Die Chance, dass der Lotto Jackpot zur Mittwochsziehung zurückkommt, ist nicht sehr groß. Im Vergleich zu früheren Regelung werden die Mittwochsspieler dadurch benachteiligt.
Häufig wird mir die Frage gestellt, ob es besser sei, Lotto am Mittwoch oder Lotto am Samstag zu spielen. Zunächst möchte ich klarstellen, dass die Chance auf einen Sechser mit oder ohne Superzahl bei beiden Ausspielungen gleich ist. Die Chance, mit einer einzigen Tippreihe den Lotto Jackpot zu knacken, ist am Samstag und Mittwoch ebenfalls gleich groß.
In beiden Ausspielungen können Sie unbeliebte Reihen tippen, wodurch im Gewinnfall die Quoten höher liegen werden (dazu in einer späteren Folge mehr). Da es seit dem 6. Dezember 2000 beim Mittwochslotto nur noch eine Ziehung gibt, ist es nicht mehr möglich, dass die Quoten bei einer unbeliebten Gewinnreihe stark sinken, falls die andere Gewinnreihe zu den beliebten Tippreihen gehört. Dadurch wird das Mittwochslotto attraktiver.
Nehmen wir einmal an, bei einer Mittwochausspielung sei kein Jackpot vorhanden. Bei einem Spieleinsatz von 40 Millionen DM steht dann für die Gewinnklasse I (Sechser mit Superzahl) nur ein Betrag von 1,2 Millionen DM zur Verfügung. Falls es nur einen einzigen Sechser mit Superzahl gibt, liegt die Quote folglich bei 1,2 Millionen DM. Falls beim Samstagslotto der Spieleinsatz wie bisher bei ungefähr 170 Millionen DM liegt, werden ohne Jackpot für die Gewinnklasse I ungefähr 5,1 Millionen DM zur Verfügung gestellt.
Daher ist in der Gewinnklasse I ohne Lotto Jackpot die Quotenerwartung am Samstag erheblich höher als am Mittwoch. Falls aber für eine Mittwochsziehung ein großer Jackpot aufgebaut ist und nicht wesentlich mehr Tippreihen als bisher abgegeben werden, ist die Quotenerwartung für einen Sechser mit Superzahl größer als bei Lotto am Samstag. Bei dem geringen Spieleinsatz am Mittwoch ist es unwahrscheinlich, dass es mindestens zwei Gewinne in der Gewinnklasse I gibt.
Geht man allerdings von der Situation aus, dass am Mittwoch ein großer Jackpot vorhanden ist, und der gesamte Spieleinsatz auf beispielsweise 60 Millionen DM (40 Millionen abgegebene Tippreihen) ansteigt, gäbe es mit Wahrscheinlichkeit 0,751 keinen Sechser mit Superzahl, mit Wahrscheinlichkeit 0,215 genau einen Sechser mit Superzahl, mit Wahrscheinlichkeit 0,030 gibt es zwei und mit Wahrscheinlichkeit 0,003 drei Sechser mit Superzahl. Sobald die Gewinnklasse I besetzt ist, gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit nur einen einzigen Gewinner in dieser Klasse. Damit kann ich Ihnen folgende Empfehlung geben:
Ohne großen Jackpot sollten Sie am Samstag spielen, bei einem großen Jackpot am Mittwoch. Dadurch kann die Quotenerwartung für einen Sechser mit Superzahl optimiert werden.
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